Die erste Erwähnung

Nach den bis heute bekannten Dokumenten, wird Bosnische Diözese erstmals im 11. Jh. erwähnt als sie zwischen 1060 und 1075 zur Metropolie Split gehörte. Später gehörte sie Bar, und dann im 12. Jh. der  Metropolie Dubrovnik. Nach dem Aufkommen der „Bosnischen Kirche“ und der „krstjani“ (Christen), kommen nach Bosnien die ersten Missionare Dominikaner, um die Häresie zu bekämpfen. Sie gehörten der ungarischen Provinz, die ihre Klöster in Slawonien und später auch in Bosnien hatte.

 

 

Ankunft der Franziskaner nach Bosnien

Im Jahr 1291 erließ Papst Nikolaus IV. einen Befehl an den Provinzial der Provinz Sclavoniae (Kroatien) zwei Franziskaner, die der lokalen Volkssprache mächtig sind, nach Bosnien zu senden, damit sie dauerhaft an der Ausrottung der Ketzerei wirken. Dieses Jahr wird als das Einsetzen der Wirkung der bosnischen Franziskaner angenommen.

 

Osmanische und österreichisch-ungarische Zeit

Zerrissen und geschwächt durch politische und religiöse Kämpfe wird Bosnien 1463, und dann auch Herzegowina (Hum) im Jahr 1482 von den Osmanen erobert. Die osmanische Besetzung von Bosnien und Herzegowina bringt mit sich sehr große Veränderungen, politische, aber auch religiöse, soziale und ethnische. Die Katholikenzahl geht drastisch zurück. Die Osmanen haben nach ihrer Eroberung  von Bosnien 464 katholische Kirchen und 48 Franziskanerklöster zerstört.
Durch die Entscheidung des Berliner Kongresses im Jahre 1878 bekam Österreich-Ungarn das Recht Bosnien und Herzegowina zu besetzten und das blieb bis zum Ende des Ersten Weltkriegs.

 

Die Wiederherstellung der regelmäßigen Kirchenhierarchie

Papst Leon XIII. hat mit seiner festlichen Bulle (Ukrunde) Ex hac augusta vom 5. Juli 1881 die Erneuerung regelmäßigen Hierarchie in Bosnien und Herzegowina angekündigt. Seiner Entscheidung folgend kam im nächsten Jahr, 1882, aus Zagreb Professor Dr. Josef Stadler als der erste Erzbischof von Vrhbosna nach Sarajevo.
In vier Jahrzehnten der österreichisch-ungarischen Monarchie (1878-1918) erlebte die katholische Kirche in vieler Hinsicht regelrecht ihre Blüte. Der Anzahl der Gläubigen stieg auf. Nach der ersten offiziellen Volkszählung von 1879 lebten in Bosnien und Herzegowina 209.391 Katholiken (18,08%). Es wurde eine Reihe von Pfarrgemeinden gegründet, weil die Katholiken aus anderen Teilen Europas in dieses Land kamen.

 

Die Herrschaft des Königreichs Jugoslawien und kommunistischen Jugoslawien

Nach dem I. Weltkrieg wurde Bosnien und Herzegowina zunächst Teil des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen, und dann des Königreichs Jugoslawien. Obwohl die serbischen Behörden der Katholischen Kirche gar nicht zugeneigt waren, erfreute sich der Katholizismus in diesen Zeiten dort seines Fortschritts.

Während des II. Weltkrieges hat die Katholische Kirche in Bosnien und Herzegowina stark gelitten. Viele Gläubige kamen um, zahlreiche Priester wurden umgebracht, etliche Kirchen zerstört, eine größere Anzahl von Gemeinden ausgelöscht und viele Kulturgüter vernichtet. Die Leiden haben sich auch nach dem Krieg fortgesetzt. Unmittelbar nach dem Jahr 1945 wurden viele Katholiken umgebracht, an den Kriegsfolgen und anschließenden Verfolgungen starben bis 1952 160 Diözesanpriester und mehrere Dutzend Ordensleute. Viele Priester, Ordensfrauen und männer wurden zu hohen Haftstrafen verurteilt. Ganze Frauenorden  wurden vertrieben. Eine Zeitlang gab es in Bosnien und Herzegowina keinen Bischof auf freiem Fuß.

Der Kirche gegenüber feindlicher Regime enteignete fast alle Kirchengüter, verbot ihr sämtliche karitative Tätigkeit, sowie Arbeit ihrer Kultur und Bildungseinrichtungen, mit Ausnahme des Franziskanerknabenseminars in Visoko und der Franziskanischen Theologieschule in Sarajevo. Katholische Presse wurde fast völlig vernichtet und über viele Jahrzehnte durfte sie nicht existieren.

 

Demokratischen Wandel in den 1990-er Jahren.

Nach der demokratischen Wende bekam auch die Katholische Kirche die Freiheit, es folgte darauf jedoch der Krieg (1991-1995) und brachte erneut Vernichtung mit sich. An all den Folgen leidet man auch heute: an der Folgen aus kommunistischen Zeit, da der Großteil des beschlagnahmten Kirchenbesitzes ihr nicht zurückgegeben ist, und an Folgen aus dem letzten Krieg, weil die Hälfte der Gläubigen Bosnien und Herzegowina kontinuierlich verlässt.
Doch diesen Schwierigkeiten zum Trotz beschenkte Gott diese Ortskirche mit einer Reihe von geistlichen Berufen, an denen es hier auch heute nicht fehlt.