Aufruf von Bischöfen der Bischofskonferenz Bosnien und Herzegowina zum Treffen mit dem Papst Franziskus in Sarajevo

 

Wir Bischöfe von Bosnien und Herzegowina versammelt auf der 63. ordentlichen Tagung in Mostar am 20. März 2015 bringen unsere Freude und Dankbarkeit Gott gegenüber, dass der Papst Franziskus die Notwendigkeit der Kirche und der Bevölkerung in Bosnien und Herzegowina nach einer Ermunterung erkannt hat, damit sie sich durch die Macht des Glaubens, mutig mit allen Schwierigkeiten und Herausforderungen auseinandersetzten könne.

In den zwanzig Jahren nach dem Krieg sind ein gerechter Frieden und wahre Versöhnung, soziale Gerechtigkeit und Sicherheit leider nicht erreicht, dies blieb nur ein Wunsch der Menschen guten Willens. Viele Bürger unseres Landes halten es immer weniger für wahrscheinlich, dass Gerechtigkeit und Zusammenleben in diesem Land noch möglich sind. Das kann und darf,  im Interesse von allen, nicht so bleiben, denn das würde heißen, dass in diesem Land mit Gottes reichen Gaben, für niemand erforderliche  und notwendige Voraussetzungen für ein friedliches und normales menschliches Leben vorhanden wären.

Es ist offensichtlich, dass ohne eine echte Erneuerung des menschlichen Geistes kein echter wirtschaftlicher Fortschritt und keine soziale Gerechtigkeit möglich ist.

Der Papst Franziskus zeigte in den zwei Jahren seines Pontifikats offen seine Nähe und Verständnis mit denen die an der Hoffnungslosigkeit leiden. Wir glauben, dass seine Botschaften ein wirksamer Anreiz für die nötige spirituelle, aber auch für jede andere Erneuerung unserer Gesellschaft geben können. Sie werden uns helfen zu verstehen und zu akzeptieren, dass wir alle als Menschen und Christen, für den Aufbau einer friedlichen und glücklichen Zukunft aller Gläubigen, aller Bürger und Völker in diesem Land verantwortlich sind.

Wir Bischöfe haben immer davor gewarnt, dass Ungerechtigkeit und Krieg nicht zu Lösungen zwischen Menschen und Nationen führen, sondern Schwierigkeiten und Missverständnisse nur verstärken. Wir warnten vor der Tatsache, dass immer noch gültiger Friedensvertrag von Dayton nicht die notwendigen Voraussetzungen für einen dauerhaften Frieden und Wohlstand in unserem Land bietet. Darum tragen große Verantwortung diejenigen, die den aufgezwungen haben, sowie jene die den nur teilweise oder gar nicht umsetzen. Zugleich ist aber auch klar, dass ohne gegenseitigen Respekt und loyale Zusammenarbeit der lokalen Vertreter in der Regierung und ohne allen Menschen in diesem Land, zu keinem wahren Fortschritt und Wohlstand für alle seine Einwohner und Völker kommen kann.

Wir rufen daher alle Katholiken und Menschen guten Willens in Bosnien und Herzegowina sowie in den Nachbarländern, vor allem in der Republik Kroatien, zum Gebet und zur geistigen Vorbereitung auf diese wertvolle Begegnung mit dem Papst Franziskus, mit der unbestreitbaren moralischen Autorität von heute auf. Mit offenem Herzen und Geist, voll von christlicher Hoffnung, laden wir Bischöfe, Priester, Ordensleute und Gläubigen, zum Treffen und Gebet mit Papst Franziskus in Sarajevo am Samstag, den 6. Juni 2015 ein. Dies ist eine ausgezeichnete Gelegenheit für die erste Manifestation des eigenen Vertrauens in die Vorsehung Gottes, aber auch Gelegenheit zum Gebet für Bedürfnisse unseres Landes und die großen Anliegen der heutigen Welt sowie auch ein Ausdruck der Solidarität mit denen, die hierzulande an noch nicht verheilten Wunden des letzten Krieges leiden.

 

 

Mostar, am 20. März 2015

Vinko kardinal Puljić
Erzbischof von Sarajevo

Mons. Franjo Komarica
Bischof von Banja Lukaund Vorsitzender der BK BiH

Mons. Ratko Perić
Bischof von Mostar-Duvno und ap. Administrator von Trebinje-Mrkan

Mons. Tomo Vukšić
Militärbischof

Mons. Pero Sudar
Weihbischof von Sarajevo

Mons. Marko Semren
Weihbeischof von Banja Luka