„Die Botschaft des Friedens, des Zusammenlebens und Erneuerung für eine gemeinsame Zukunft des Landes Bosnien und Herzegowina“. So hat P. Federico Lombardi, der Leiter des vatikanischen Presse- und Öffentlichkeitsamtes am 28. Mai 2015 in der Johannes Paul II Halle die Reise von Papst Franziskus nach Sarajevo am 06. Juni 2015 vorgestellt.

Ein Besuch, erfüllt mit Verpflichtungen und Begegnungen, betonte der Vatikan-Pressesprecher „ist bedeutsam, denn Sarajevo ist ein Ort wo man wegen seiner Geschichte über Krieg, über Frieden und Versöhnung aber auch über den ökumenischen und interreligiösen Dialog sprechen soll“. Auch aus diesem Grund werden in der päpstlichen Begleitung zwei Kardinäle sein: Jean Louis Tauran und Kurt Koch, die Vorsitzenden des Rates für interreligiösen Dialog und des Rates für die Einheit der Christen.
Beim Überblicken aller Abschnitte des Papstbesuches am 06. Juni 2015, erklärte P. Lombardi, dass während der feierlichen Begrüßungszeremonie am Platz vor dem Präsidentschaftsamt von Bosnien und Herzegowina, „nach dem Abspielen der Hymnen und Erweisung des militärischen Grußes, Tauben, in Erinnerung an die Friedenstaube, die am offiziellen Logo des Besuches abgebildet ist, freigelassen werden“.
„Während der Messe im Olympiastadion werden mehr als 60.000 Menschen anwesend sein. Papst Franziskus wird im offenen Fahrzeug, das er für die Fahrten am Petersplatz benutzt, durch das Stadion durchfahren und die Gläubigen begrüßen“.
Der Papst wird sich im „Papa Mobil“ in Sarajevo fortbewegen. „Dies wird ihm die Möglichkeit geben viele Friedhöfe zu sehen, die überall in der Stadt zerstreut sind. Während der Belagerung von Sarajevo hat man die Toten auch in den städtischen Parkanlagen beerdigt“, erinnerte P. Lombardi.
Die Begegnung mit Priestern, Ordensmännern- und Frauen in der Kathedrale wird gekennzeichnet sein durch „drei starke Zeugnisse eines Diözesanpriesters und eines Ordenspriesters sowie einer Ordensfrau“. Bedeutend wird auch das interreligiöse Treffen, an dem außer des Erzbischofs von Sarajevo, Kardinal Puljić auch Vertreter der orthodoxen, jüdischen und muslimischen Gemeinde anwesend sein werden.
Die letzte Begegnung wird die mit den Jugendlichen, im Jugendzentrum „Johannes Paul II“ sein.
Zwei Jugendliche, eine junge orthodoxe Frau und ein junger Katholik, werden ihre Zeugnisse vortragen. „Der Papst wird diesem Zentrum eine Statue des Johannes Paul II schenken“.
Auf die Fragen der Journalisten bzgl. der Sicherheit des Papstes, fasste der Pressesprecher zusammen, dass „es keine besondere Sorge für die Sicherheit gibt, denn es gab keine Meldungen über terroristische Drohungen“.

Der Besuch von Papst Franziskus ist der dritte in der Reihe der Besuche des Heiligen Vaters in Bosnien und Herzegowina und der zweite in Sarajevo.
„Das ist ein Staat mit komplexer institutioneller Struktur, erinnerte der Pressesprecher. Die Präsidentschaft besteht aus drei Mitgliedern: dem bosniakischen, serbischen und kroatischen.
Diese entspricht der demografischen, ethnischen und religiösen Struktur, die gleichermaßen komplex ist. Von ca. 3,8 Mio. der Bewohner des Landes sind 40% Muslime, 31% Orthodoxe und 15% Katholiken.
Der Rest besteht aus nationalen und religiösen Minderheiten zu welchen auch die jüdische Minderheit zählt.
Bosnien und Herzegowina ist aus den dramatischen Kriegsjahren herausgekommen. Heute bemüht sich das Land um ein friedvolles und harmonisches Zusammenleben.
Die gegenwärtige Situation jedoch ist nicht leicht: das Land kommt aus großen Anspannungen heraus und durchläuft eine schwere wirtschaftliche Krise sowie zugespitzte soziale Konflikte“.

Der Besuch von Papst Franziskus wird daher „eine große Bedeutung haben und wird eine wichtige Botschaft des Friedens, der Versöhnung und Erneuerung für eine gemeinsame Zukunft des Landes, aussenden“. (kta)